
Europas Schwimmverband: Sportler aus Russland und Weißrussland starten unter nationaler Flagge

Der europäische Schwimmverband European Aquatics beendet den Sonderstatus für Sportler aus Russland und Weißrussland. Wie der Verband auf seiner Webseite mitteilt, dürfen sich erwachsene Athleten aus beiden Ländern ab dem 1. September bei europäischen Wettbewerben wieder in nationalen Trikots, unter eigener Flagge und mit ihrer Hymne beteiligen.

Zunächst war dieser Schritt hinausgezögert worden. Nach einer Sitzung des Verbandsvorstands Ende April bat der Kontinentalverband darum, eine am 13. April vom Weltverband beschlossene Öffnung erst zum 1. September auf europäische Wettkämpfe anzuwenden. Bislang durften zugelassene Sportler aus Russland und Weißrussland nur als neutrale Einzelathleten starten, das heißt ohne Landessymbole.
Voraussetzung für die Teilnahme unter nationalen Symbolen bleiben laut World Aquatics vier aufeinanderfolgende Dopingkontrollen in Zusammenarbeit mit der internationalen Testagentur ITA sowie eine Überprüfung des persönlichen Hintergrunds.
Anfang Juli hatte das Internationale Olympische Komitee einen Teil seiner Beschränkungen gegen russische Sportler aufgehoben. Dabei wurde auch die Qualifikation in Mannschaftssportarten für die Sommerspiele 2028 in Los Angeles erlaubt. Ob russische Sportler bei Olympia unter nationalen Symbolen antreten dürfen, entschied das IOC noch nicht. Weißrussische Athleten waren im Mai vollständig zugelassen worden.
Die Entscheidung stößt in Europa auf Widerstand. Die Verbände von Polen und Norwegen sollen zuletzt mit Boykotten oder der Kündigung bereits vergebener Wettkämpfe gedroht haben. Mehrere Weltverbände halten weiterhin an einem harten Kurs fest. Der Leichtathletik-Weltverband World Athletics schließt russische und weißrussische Athleten nach Angaben von nach wie vor aus, ebenso wie die Fußballverbände FIFA und UEFA.
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